aktualisiert am 05.07.2020


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131 Seiten Umfang


1900 Die Gründerzeit

Es fing alles an um das Jahr 1900, ein kleiner Ort im oberen Filstal, gerade mal 450 Einwohner in 58 Häusern. In landschaftlich wunderschöner Lage, mit Wiesen und Äckern entlang der gewundenen Fils, an den Hängen und der Ebene mit Obstbäumen und auf 200 m ansteigend , reichlich mit Mischwald versehen. Die kleine "Diz" fließt mitten durch den Ort, parallel dazu die löchrige unbefestigte Straße.
Die Bewohner, überwiegend Landwirte, bauten ihre Anwesen entlang des offenen Bachlaufes. Gemüsegärten und Misthaufen vor den Ställen und die Bank vor dem Häuschen prägen das Ortsbild.
Die alten Berufe wie Schuhmacher, Schneider, Müller, Gipser oder Spindelmacher
waren zusammen mit der Landwirtschaft am häufigsten anzutreffen. Die Bauern hatten schon damals viel Müh und Plag, lagen doch die Wiesen und Äcker nicht nur im Tal, sondern auch auf der steinigen Albhochfläche, sehr beschwerlich für Leiterwagengespanne und Handwagen.
In jedem Haus befanden sich natürlich, wie im ganzen Täle, auch Ziegen für Milch und Käse, aber auch um etwas unzugängliche Hänge abzuweiden und die schönen duftenden und landschaftsprägenden Wacholderheiden sauber zu halten - daher auch der Name "Goißa-Täle" .
Im Zentrum des Ortes die kleine Dorfkirche, das Rathaus und die Schule. Sie bildeten den Mittelpunkt des damaligen geistigen und kulturellen Lebens in der Gemeinde.
Anfang 1900, die Eisenbahn kommt ins Täle und mit ihr werden die Bewohner
beweglicher in ihrer Arbeit. Die Kongregation der Barmherzigen Schwestern in Untermarchtal, die um 1890 das Mineralbad erworben hatte, führte ihr Bad nun wieder dem ursprünglichen Zwecke zu, Kranken u'nd Erholungsbedürftigen die erhoffte Hilfe und Heilung zu ermöglichen.
Schon zwei Jahrzehnte vorher, waren in der weiteren Umgebung Verschönerungsvereine entstanden, die sowohl ihr Ortsbild als auch Natur und Umwelt "versäubern" und pflegen wollten.
Ziele und Ideale waren Liebe zu Natur, Heimat, Pflanzen, Wald und die Verbundenheit zu Bergen. Geselligkeiten waren Trumpf, wie auch wandern, obwohl die Literatur kaum Wanderpläne oder Wegebeschreibungen kannte.
1888 entstand aus den verschiedenen Verschönerungsvereinen der heutige Schwäbische Albverein.
Die Grenzen des Filsgaues, zudem wir heute gehören, entsprach den Oberamtsbezirken Göppingen und Geislingen. Die Benennung des Vorsitzenden als Obmann wurde am 13.3.1893 festgelegt.

In den Verzeichnissen der Albvereins-Monatshefte sind ab 1893 die ersten Namen aus "Dizenbach", Gosbach und etwas später auch aus Auendorf genannt; unterschiedlich zugeordnet, mal OA Göppingen, OA Geislingen oder Deggingen.

1893 Gasser -Forstwächter
1894 Bock -Pfarrer
1895 Wagner - Schultheiß, Miller - Lammwirt
1896 Kistenfeger, Chr. - Schuhmachermeister
1897 Frz. - Schultheiß + 4 Mitglieder, Rehm - Pfarrverweser

Es wird berichtet, daß die OG Dizenbach schon ein gewisses Eigenleben ab 1897
begonnen hatte. Im Jahr 1900 wird nun von der Geschäftsstelle des Schwäbischen Albvereins berichtet: Gründung der Ortsgruppe Ditzenbach mit 7 Mitgliedern. Als Vertrauensmann wird der Schultheiß Franz Wagner genannt. Gründungsmitglieder waren nach den Aufzeichnungen wohl:

Fr. Alt - Schneidermeister
Bock - Pfarrer
Gasser - Forstwächter
G. Haßl - Pfarrer
Ch. Kistenfeger - Schuhmachermeister
Miller - Lammwirt
Fr. Wagner - Schultheiß

Wahrscheinlich durch entsprechende Wahlen wird als Vertrauensmann dann von
1900 - 1904 Ch. Kistenfeger aufgeführt. Weitere Mitglieder werden in den folgenden Jahren noch benannt:
M. Ascher, Radwirt - G. Schonder, Schonderhöh - H. Tromsdorf, Gärtner -
F. Moser, Briefträger - A. Haag, Bahnhofsvorstand - J. Bruder


Der Jahresbeitrag belief sich auf 3,00 Mark.
Aufzeichnungen über weitere Mitglieder und vor allem über die Aktivitäten der
Ortsgruppe sind vermutlich den Kriegswirren zum Opfer gefallen.

Gründungsmitglieder
Gründungsmitglieder: Miller, Bruder und Kistenfeger

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