aktualisiert am 05.07.2020


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131 Seiten Umfang


1945 - 1975 Nachkriegszeit, Wirtschaftswunder

In der Mitte des Jahrhunderts, die Einwohnerzahl hat sich verdreifacht und die
Landschaft ist fast noch schöner.
Gewerbe und Kleinindustrie hat sich im Täle angesiedelt, die Eisenbahn hatte wesentlich dazu beigetragen. Die Landwirtschaft ist auf dem Rückzug, trotz maschinellen Verbesserungen. Der Kurbetrieb vermeldete jedes Jahr eine Steigerung. Zunächst war es die Kurklinik, die ihre Gebäude kontinuierlich erneuert und nach Thermalbadbau und Erweiterung der Beckenanlage inzwischen eine hochmoderne Kuranlage hat, die allen derzeitigen Ansprüchen gerecht wird.
Aber auch im privaten Bereich wurde auf "modern" umgestellt Altbauten erhielten genauso wie Neubauten entsprechende Zimmer oder Ferienwohnungen für ambulante Gäste oder Erholungssuchende. Inzwischen wird die Übernachtungszahl von 100 000 ins Visier genommen.
Die kleine Ditz ist kaum mehr sichtbar. Im Zuge der besseren Straße wurde sie verdohlt
Die alten schönen Häuser fielen der Spitzhacke zum Opfer und wurden durch neue Objekte oder Freiflächen ersetzt Verschwunden ist inzwischen auch die "Täles-Kätter", das Auto oder der Omnibus sollen sie ersetzen. Leider ist auch der Ditzenbacher Sauerbrunnen nicht mehr in Betrieb. Ein wohlschmeckender Säuerling, der weit über die deutschen Grenzen hinaus beliebt war und mit einer Goldmedaille in Paris ausgezeichnet wurde.

Der Albverein Bad Ditzenbach, als erster angeführt durch Chr. Kistenfeger von 1900 -
1904, dann von 1904 bis 1954 von Josef Bruder, war in dieser Zeit eher ruhig aktiv.
Wie Zeitzeugen berichten, sind Wanderungen in die nähere Umgebung, Landschaftspflege und Mithilfe beim Filsgau durchgeführt worden.

1954
Ortsgruppenausflug 1954

Mehr Bewegung brachten dann VM Johannes Schweizer von 1954 bis 1955 und VM Willi Determann von 1956 - 1962 und vor allem H. Baur von 1962 - 1966, der den Mitgliederstand von etwa 30 auf 120 steigern konnte.
Wanderungen wurden jetzt immer öfter und auch in die weiteren Alpenregionen durchgeführt. Balinger Berge, Tannheimer Tal, Pfrontner Hütte, Oberstdorf, Heilbronner Weg, Dreiländerspitze in der Silvretta, Biz Buin, Drei Schwestern Steige, Aggenstein und vieles andere waren nun die Ziele der AV-Gruppe.
Der Wunsch nach einer eigenen Hütte wurde nun auch immer größer. Eine etwas hinfällige Holzfällerhütte im Sattel der Hiltenburg schien willkommen. Mehrwöchige Verhandlungen beim Forstamt Wiesensteig brachten endlich den Erfolg. Anfang 1965 erfolgte der Um- und Anbau unter schwierigsten Bedingungen. Die Fenster von Fr. Gresser, Klinkersteine von den Schwestern, Fichten von F. Bauer, Kachelofen vom Roten Kreuz, Holzbearbeitung Firma Priel und die Transportarbeiten von Karl Köhler und Georg Wörz. Ein großer Zusammenhalt der Mitglieder ermöglichte ein großes Werk. Für Wanderer wurde jetzt die Hütte geöffnet, es gab Landjäger, Leberwurstbrot und Getränke. Wer mehr wollte, wurde auf die Gaststätten im Tal verwiesen. Im ersten Hüttenbuch wurden die großen Verdienste von Hermann Baur besonders gewürdigt.
Neuerungen waren auch die Altenfeiern in der Gemeinde, die im Lammsaal stattfanden
und später von der Gemeinde durchgeführt wurden. Adventsfeiern wurden auf der Schonterhöhe abgehalten. Schäfflers Sulzen und Weihnachtsgebäck waren allseits berühmt. Hermann Baur bekam dabei seinen Spitznamen weg: "Kaplan von der Schonterhöhe".

Einkehr
Einkehr im Bahnhof Weilheim/Teck

Franz Schweizer konnte nun weitere Aufbauarbeit leisten von 1966 bis 1971.
Eine neue Ära begann mit dem langjährigen Wanderwart Josef Ascher, der 1972 das Amt des Vertrauensmannes übernahm. Seine seitherigen Erfahrungen in vielen Bereichen und sein unermüdlicher Einsatz ließen den Verein noch weiter aufblühen. 14 Wanderungen mit Auto - Bus und Bahn, zum Teil mit über 50 Teilnehmern wurden durchgeführt. Die Hüttenerweiterung war auch schon in Planung und weitere Veranstaltungen inzwischen selbstverständlich. Eine schlagkräftige und einsatzfreudige Mannschaft, sowie der Zusammenhalt der ganzen AV-Familie trugen mit dazu bei, die Mitgliederzahlen und die Angebote zu erhöhen.
1974 wurden die konkreten Planungen für die Veränderung der 1965 erbauten AV Hütte abgeschlossen. Mit großem Einsatz vieler Mitglieder, reichlich Spendenbereitschaft in Geld und Sachwerten, entstand ein wunderschönes Haus unterhalb des Hausberges, der Hiltenburg. Wanderer der nahen und weiteren Umgebung, viele Gruppen und Gesellschaften, Schulen, Vereine, Ökumenische Gottesdienste und vor allem die großen Albvereinsfamilien fanden den Weg zur Hütte mit ihrer Gastlichkeit und Fröhlichkeit innerhalb und außerhalb ihrer dicken Holzwände. Schon in der alten Hütte war Ferdinand Bauer als Hüttenwart tätig und für die Finanzen mit verantwortlich. So war Wanderfreund Bauer weit über 30 Jahre mit der Hütte verwachsen, sah 10000 Wanderer kommen und gehen und mußte sicher mehrere tausend mal zu "seiner" Hütte hinauf wandern.
Das Jubiläumsjahr 1975 war gespickt voll mit Terminen.
Allein 21 Wanderungen, Familien- Berg- Abend- Auto- Früh- und Botanische Wanderungen zeigen die Vielzahl von Interessen auf, denen man Rechnung tragen wollte. Der Festabend selbst mußte gut vorbereitet und durchgeführt werden, um die mehr als 200 Gäste zufrieden zu stellen. Die "lustigen Weisen der originellen Auendorfer Musiker", die schon lange dem Albverein zugehörig waren, bereicherten diesen festlichen Jubiläumsabend.

 

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